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Archive for Januar 2011

Mal wieder die Hunde…

Ich gebs ja zu – diese Bilder sind nicht die Besten, aber ich hab in den letzten Wochen einige Emails bekommen, ob ich nicht noch mehr Hundebilder hätte und tatsächlich konnte ich die hier noch ausgraben. Fotografiert vor mehr als zweieinhalb Jahren, nämlich am 28.Juni 2008 auf der Rennbahn in Tüttleben.

Da das jetzt die definitiv letzten Bilder aus meinem Archiv sind, muss ich wohl demnächst mal wieder zu einer Veranstaltung fahren… 🙂
Spätestens vom Entencoursing in Tüttleben, das übrigens am 19.Februar stattfindet, werden hier Fotos gepostet.

Jetzt viel Spaß mit denen:

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Die Facetten der Liebe

Das Literatur-Portal „triboox“ schreibt momentan einen Wettbewerb unter dem Titel „Die Facetten der Liebe“ aus. Eingereicht werden können Gedichte und Kurzgeschichten bis zu einer Länge von 50 Seiten. Die Texte können noch bis 31. Januar 2011 auf der Seite von triboox hochgeladen werden. Bis dahin votet die Community, bei der sich jeder anmelden kann, für die besten Texte. Diese werden dann einer Lektorin vorgelegt, die die Siegertexte kürt.

Rechts findet ihr einen Link zu einer teilnehmenden Geschichte. Bitte anklicken, lesen und bewerten 🙂

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„Wie ist das Bild der DDR?“ – Auszüge…

Die Aufgabe war es, ein Interview mit einem Zeitzeugen der DDR zu führen und diese Darstellung mit der im Zeitgenössischen Forum für Widerstand und Opposition in der DDR, Leipzig zu vergleichen und dabei zu analysieren.

1. Einleitung

Heute, fast 20 Jahre nach der Deutschen Wiedervereinigung 1989/90 herrschen unter der deutschen Bevölkerung verschiedene Sichtweisen und Darstellung der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Die einen wünschen sich den „sozialistischen Staat der Arbeiter und Bauern“ wieder, andere verurteilen das SED-Regime zutiefst. Des Öfteren fällt auf, dass gerade unter den heutigen Jugendlichen, die die Zeit der deutsch-deutschen Teilung nicht nachvollziehen können, ein akuter Wissensmangel bezüglich der deutschen Vergangenheit besteht.

Wir, die Klassen 10 a und c der Edith-Stein-Schule in Erfurt, besichtigten am 05.03.2009 die Dauerausstellung im Zeitgenössischen Forum für Widerstand und Opposition in der DDR in Leipzig. Zuvor führten wir mit Eltern und Verwandten, Freunden oder Bekannten, die die DDR bewusst miterlebt hatten, Interviews über verschiedene Teilaspekte des Lebens in der DDR.

Im Zeitgenössischen Forum werden die wichtigsten Abschnitte der DDR-Geschichte behandelt. Dabei findet man wissenschaftliche Quellen und politische Texte neben Zeitzeugenberichten, die den Alltag in den Vordergrund rücken. In verschiedenen Gruppen bearbeiteten wir die Themen Lebensqualität, Urlaub und Freizeit, Schule und Arbeit, das sozialistische Kollektiv und Herrschaftsmechanismen der DDR, wobei die Mitarbeiter des Forums uns tatkräftig unterstützten. Anschließend stellten die Gruppen den Mitschülern ihre Ergebnisse vor. Leider nahm die Einweisung in die Ausstellung, sowie das Bearbeiten der eigenen Aufgaben sehr viel Zeit in Anspruch, sodass kaum die Möglichkeit zum gründlichen Umschauen blieb.

Mein Interviewpartner, Torsten Vogel, der heute als Rechtsanwalt für Verkehrs-, Unfall-, Miet- und Baurecht in Erfurt tätig ist, wurde am 12. Dezember 1962 in Gera in Thüringen geboren. Er arbeitete zuerst im Bereich der Elektotechnik/Elektronik, später als Bauleiter im Baunebengewerbe, bevor er sein Studium der Rechtswissenschaften an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena absolvierte. Torsten Vogel lebt mit seiner Familie im Raum Jena.

2. Hauptteil

2.1 Lebensqualität in der DDR

Die vorgegebenen Schwerpunkte, über die mein Interviewpartner redete, nämlich allgemeine Lebensqualität, Infrastruktur, Konsummöglichkeiten und Wohnverhältnisse, decken sich nur teilweise mit den Schwerpunkten im Zeitgenössischen Forum, die Wirtschaft, Kaufverhalten und Umweltschutz sind.

Herr Vogel bezeichnete die Lebensqualität in der ehemaligen DDR als „[…]abhängig vom persönlichen Empfinden […]“ (Interview, S.1), aber wenn man von den „[…]Einschränkungen hinsichtlich der persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten […]“ (Interview, S.1) absehe, sei das Lebensgefühl durchaus zufriedenstellend.

Umweltschutz galt in der DDR als Tabuthema und wurde allgemein vertuscht. Zwar sollte sich die Gesellschaft für Natur und Umwelt im Kulturbund der DDR dieser Thematik annehmen und eigentlich war das Ausmaß der verschwenderischen Wirtschaft weithin sichtbar, trotzdem musste eine Umweltbewegung versuchen, die Menschen sensibler für die unhaltbaren Zustände zu machen und Bürger zu aktivieren, selbst etwas für den Schutz ihrer Umwelt zu tun.

Auch die Kirche war im Umweltschutz aktiv, mit dem Ziel, die Schöpfung zu erhalten.

Torsten Vogel geht im Interview nicht auf dieses Thema ein, vermutlich, weil er sich keine Gedanken darum machte und es in seinem Leben keine Rolle spielte. Ähnlich wird es bei den meisten DDR-Bewohnern gewesen sein.      

2.2 Freizeit und Urlaub

Die kulturellen Angebote waren in der DDR „flächendeckend“ (Interview, S. 2). Theateraufführungen, Kinos und/oder Konzerte konnte man nicht nur in den Städten besuchen.. Alle Auf- und Vorführungen wurden von der Regierung ausgewählt, zu Konzerten von internationalen Stars kam es nur sehr selten, auch weil die DDR unter „[…] einem chronischen Devisenmangel litt […]“ (Interview, S.3). Deshalb kamen Filme und Bücher häufig mit einigen Jahren Verspätung auf den Markt. Trotzdem wurde Kultur von der DDR mit hohen Subventionen unterstützt, Theaterabos oder Kinokarten kosteten bei weitem nicht soviel wie heute. Erwähnenswert sind noch die „Sonderversorgungssysteme“ (Interview, S.3), die beispielsweise dem „[…]Ministerium der Staatssicherheit oder den bewaffneten Organen […]“ (Interview, S.3) zugute kamen und eine weitaus bessere Versorgung mit Printmedien garantierten.

So frei wie heute konnte man seinen Urlaub früher nicht planen. Fuhr man „[…] auf eigene Faust […] [,] gab es nur begrenzt Möglichkeiten: Zelten, Wandern, Trampen und Fahrrad fahren, zum Zelten musste man einen Antrag auf einen Camping-Platz stellen, von denen mangels Angebot nicht alle genehmigt werden konnten. […]“. Außerdem wurden Urlaubsplätze über den Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB) vergeben. Anders als heute „[…] galt schon ein kleiner, abgeschotteter Bereich als Idyll […]“(Text „Freizeit und Urlaub in der DDR“). Man kann also sagen, dass die Bewohner der DDR nicht so hohe Ansprüche stellten wie die heutigen Menschen. Attraktionen wie das Verreisen mittels Ferienzug oder –schiff oder gar ein Urlaub in einem westlichen Staat waren für die meisten undenkbar und unmöglich, weil man politische Beziehungen und einen großen finanziellen Hintergrund brauchte.

Besondere Angebote gab es für Jugendliche.

Da Urlaub zum alltäglichen Leben gehört und die Einwohner der DDR aufgrund der Konsumeinschränkungen und den daraus schließenden, dauernden Bemühungen, an „besondere“ Güter, die man vielleicht mal brauchen könnte, zu gelangen, suchte man auch im Urlaub die Geschäfte auf, „[…]um einfach mal zu schauen, was es dort gibt, was man gebrauchen könnte […]“ (Interview, S.2). Herr Vogel charakterisiert die Menschen damals sogar als „[…]ein Volk von Jägern und Sammlern […]“ (Interview, S.2). Er meint, dass „[…] die Zielsetzung beim Konsum eine andere als die heutige […]“ (Interview, S.2) gewesen sei.

2.3 Schule und Arbeit

Sowohl Schule, als auch Arbeit wurden, wie alle anderen Bereiche im Leben in der ehemaligen DDR sehr stark politisch beeinflusst. Nicht nur durch „[…] Aufgabenstellung[en] bzw. durch Auswahl der jeweiligen Literatur[…]“ (Interview, S.3), sondern ganz speziell ab der siebten Klasse im „[…] sogenannten Staatsbürgerkundeunterricht […]“ (Interview, S.3). Einige Unterichtsfächer wurden nicht nur beeinflusst, sondern geradezu „[…]  aus Sicht der marxistisch-leninistischen Weltanschauung […] verfälscht  […]“ (Interview, S.3).

Die meisten Teile der Bevölkerung nannten wahre Ansichten und Meinungen höchstens im privaten Bereich, in der Schule oder bei der Arbeit hatte man sich „[…] bereit gefunden […], die vorgebeteten politischen Phrasen nachzuplappern […] [,]um sich Zukunfts- und Karrierechancen nicht zu verbauen […]“ (Interview, S.3).

Laut Vogel ging es in der Schule disziplinierter zu als heute, was seiner Meinung nach auch auf das westdeutsche Schulsystem zutreffen dürfte (vgl. Interview, S.3)

Ein weiterer Punkt beim Text „Zeitgenössisches Forum Leipzig: Schule und Arbeit in der DDR“ ist die „Freie Deutsche Jugend“ (FDJ), die, in den Ansätzen ähnlich der Hitlerjugend, von allen Jugendlichen besucht werden musste, wenn sie Chancen im Berufsleben haben wollten und ein Propagandamittel der SED war.

Ein anderes Thema ist die Gleichberechtigung der Frauen in der DDR, die vorhanden sein sollte, dies aber nicht war. Frauen mussten Verantwortung für Kinder und Haushalt übernehmen, gleichzeitig arbeiten und dazu war oft ein Abitur nötig. Manche Männer ließen sich von ihren Frauen scheiden, weil die kein Abitur hatten und „[…]ihm geistig nicht folgen könnte[n] […]“ („Zeitgenössisches Forum Leipzig: Schule und Arbeit in der DDR“, S.2).

2.4 Sozialistisches Kollektiv

Das Kollektiv, vom lateinischen Wort „colligere“, bezeichnet Menschen, die durch eine gemeinsame Überzeugung und/oder Arbeit zusammengeschlossen sind  und sich vor allem mit dem „WIR“-Gedanken ausdrücken (vgl. „Das sozialistische Kollektiv“).

Besonders wichtig für das Kollektiv war die Propaganda, zum Beispiel mithilfe von Plakaten, die ausdrückten, wie großartig die DDR gewesen sei. Die Realität sah anders aus, durch die Probleme bei der Arbeit übertrug sich die schlechte Stimmung auch in das Privatleben. Das allerdings machte die Leute erfinderisch, so bastelten sie beispielsweise den sog. „Russentod“, „[…]einen Entstörer aus einem Aluminiumtopf und einer Kupferspirale […] [der] den Empfang von Westsendungen wieder störungsfrei möglich [machte] […]“ („Das sozialistische Kollektiv“). Die Hilfsbereitschaft in der ehemaligen DDR war ebenso riesig, sodass die Leute Gemeinschaftsantennen bauten, damit alle aus der Umgebung Westfernsehen/ -radio sehen bzw. hören konnten. Von dieser Hilfsbereitschaft redet auch Torsten Vogel, der sie „besonders“ (Interview, S.4) nennt.

Insgesamt sollte das sozialistische Kollektiv einerseits den Zusammenhalt stärken, andererseits eine gute Kontrollmöglichkeit bieten (vgl. „Das sozialistische Kollektiv“).

Das Kollektiv sei aber höchstens im Hinblick auf die Überwachung sinnvoll, so Vogel. Er beschreibt seine Eindrücke und Erinnerungen folgendermaßen: „[…]Ansonsten wurde im Rahmen der sozialistischen Kollektivarbeit, sowie ich Sie erlebt habe, auch wieder die Janusköpfigkeit gelebt. Man hat also nach Außen hin, durch Wandzeitung entsprechender Erklärung dokumentiert, was die politische Führung hören wollte und hat nach Innen hin sein eigenes Ding gemacht […]“ (Interview, S.4).

Also decken sich beide Aussagen, die von Torsten Vogel und die des Forums. Das Kollektiv war wichtig für die Regierung, um die Menschen zu bewachen und führte zu der großen Hilfsbereitschaft und Gemeinschaft, der viele ehemalige DDR-Bewohner heute nachtrauern.

2.5 Herrschaftsmechanismen

Charakteristisch für die Herrschaftsmechanismen in der ehemaligen DDR ist das Zitat aus dem „Lied der Partei“: Die Partei, die Partei, die hat immer Recht. Die SED hielt alles in der Hand, es gab keine freien Wahlen, anderen Parteien besaßen keinerlei Mitspracherecht und jede politische Aktivität, die nicht sozialistisch war, wurde abgelehnt und unter Strafe gestellt.

Ein wichtiges, oder sogar das wichtigste Machtinstrument der Regierung war die Stasi, „[…]eine Organisation des Ministeriums für Sicherheit. Offiziell lautete das Ziel dieser Institution „Schutz vor dem Klassenfeind (westliche Kapitalisten) und vor Faschismus“ […]“ („Herrschaftsmechanismen“). Sie ermöglichte eine dauerhafte Regierung, die Angst vor den unmenschlichen Methoden der Stasi hielt den Staat zusammen. Die Stasi arbeitete „im Untergrund“, niemand wusste genau, wer für die Stasi arbeitete und wer nicht und wer einen wo und wie bespitzelte. Oft waren nahestehende Person sogenannte inoffizielle Mitarbeiter, die einen ausspionierten (vgl. „Herrschaftsmechanismen).

3. Fazit

Es ist falsch, wenn man über die DDR redet, nur an Negatives zu denken. Wie alle politischen Systeme gab es auch gute Dinge, Vorteile. So beispielsweise die besondere Hilfsbereitschaft oder die Gemeinschaft, die unter der Bevölkerung herrschte. Auf der anderen Seite steht allerdings die dauernde Bespitzelung durch den Staat und das große Misstrauen gegenüber allen. Auch die vielgelobten Arbeitsplätze, die es für alle gab und die billigen Wohnungen haben eine Schattenseite: Verlust der Individualität und, natürlich, Verlust der eigenen Meinung, denn die durfte man, insofern sie gegen die Regierung war, nicht äußern. Außerdem ist es meiner Meinung nach erschreckend, dass politische Beziehungen darüber entschieden, welche Stelle man bekam. So muss man bei fast allen Vorteilen einen Nachteil mitbedenken. Vor dem Hintergrund der günstigen Lebensmittel zum Beispiel ist es wichtig zu wissen, dass es nur unzureichend viele Lebensmittel gab und keine große Auswahl. Die geringe Kriminalitätsrate ist auch nur darauf zurückzuführen, dass die schlimmsten Verbrechen auf das Konto der Stasi gingen.

Einige Dinge, wie die gute Kinderbetreuung, die soziale Absicherung etc., waren wirklich vorteilhaft. Trotzdem denke ich, dass die Nachteile überwiegen und ich für meinen Teil bin froh, nicht in der DDR gelebt zu haben. Ich denke, dass sich zwar viele Nachteile nicht auf das alltägliche Leben bezogen haben und von vorbildlich lebenden Menschen kaum wahrgenommen wurden, sie aber nichtsdestotrotz da waren.

Dass es Menschen gibt, die sich die DDR wiederwünschen, zeigt meiner Ansichten nach nur, dass sie nicht genug über die DDR wissen.

Es ist wichtig, dass gerade Jugendliche eine umfassende Bildung über die Geschichte der deutsch-deutschen Teilung erhalten.

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Auszüge aus meinem Praktikumsbericht zum Sozialpraktikum vom 19.Januar – 29.Januar 2009 im Förderbereich des Christophorus-Werkes Erfurt:

Das Christophorus-Werk versucht, behinderte Menschen so gut wie möglich zu unterstützen und in die Gesellschaft zu integrieren, indem beispielsweise (betreute) Wohnmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden oder Arbeiten gefunden werden, die die Behinderten ausführen können bzw. Förderschulen errichtet werden.. Im Förderbereich an den Christophorus-Werkstätten Erfurt werden die Beschäftigten, die nicht in der Werkstatt arbeiten können, tagsüber betreut und führen mit Hilfe der Betreuer leichte Arbeiten aus. Es gibt fünf Gruppen mit je etwa 7 Beschäftigten und 2 Betreuern.

Der Tag beginnt für Mitarbeiter und Beschäftigte morgens zwischen 7 und 8 Uhr, wenn alle ankommen. Einige der Behinderten werden von den Eltern gebracht, die meisten kommen mit Fahrdiensten. Die Mitarbeiter holen sie am Auto ab, bringen sie rein und helfen ihnen dabei, Jacke und Schuhe auszuziehen und Hausschuhe anzuziehen. Danach wird in den Gruppen Frühstück gegessen und Morgenkreis gemacht, später, je nachdem was ansteht, gearbeitet, gebastelt, gekocht… Gegen 12 Uhr holt die Gruppe, die Essenswagendienst hat, das Mittagessen aus der Werkstätten-Kantine und nach dem Mittagessen findet Mittagsruhe für die Beschäftigten statt, die Mitarbeiter machen Pause. Ab 14 Uhr geht es dann für alle weiter mit der Teerunde, danach kann sich jede Gruppe individuell beschäftigen, also wieder arbeiten oder Gesellschaftsspiele spielen, bis ca. 16 Uhr, wenn die Beschäftigten abgeholt werden. Meine Arbeitszeiten waren von 7.30 bis 13.30 Uhr.

Die Mitarbeiter behandeln die Beschäftigten niemals von oben herab, sondern als Gleichberechtigte, was auch beim Arbeiten klar wird. Sie versuchen oft, mit den Behinderten ins Gespräch zu kommen und etwas über deren Familien, Freizeitbeschäftigungen usw. zu erfahren und erzählen selbst viel über sich. Jeder achtet die Bedürfnisse des anderen und selbstverständlich spielen auch Benimmregeln, wie zum Beispiel Begrüßung per Handschlag, eine wichtige Rolle.

Gemeinschaft wird im Christophorus-Werk groß geschrieben und in den einzelnen Gruppen herrscht eine familiäre und freundschaftliche Atmosphäre. Die Angebote für die Beschäftigten sind vielfältig: einmal pro Woche hat jede Gruppe Kochtag, einmal Ausflugstag. Man kann sich zur Musikstunde oder beim Chor anmelden, beim therapeutischen Reiten oder zum Sport, es wird viel gebastelt und alle Räume werden von den Gruppen selbst gestaltet. Die Mahlzeiten wurden gemeinsam vorbereitet, Pflichten wie Tisch abwischen etc. verteilt. Nach dem Mittagessen gibt es die Möglichkeit, sich in speziellen, den Gruppenräumen angeschlossenen Ruheräumen hinzulegen und zu entspannen oder zu schlafen. Wenn kein Koch- oder Ausflugstag ist und es im Moment auch nichts zu gestalten gibt, bekommen die Gruppen von der Werkstatt Aufgaben: Schnürsenkel verschiedener Größen in Schachteln einordnen, Gläser in Kartons stellen – Arbeiten, die den meisten Menschen kinderleicht erscheinen, für Behinderte allerdings unerfüllbar sein können. Die Mitarbeiter fördern die Beschäftigten und teilen alles so ein, dass niemand sich überfordert, aber jeder so gut und effektiv wie eben möglich arbeitet: Einige zählen die Schnürsenkel, andere falten die Kartons usw. Den Mitarbeitern kommt hierbei die Aufgabe zu, sich zu überlegen, wie man den Einzelnen fördern kann, also zum Beispiel wie ein Blinder auch arbeiten kann. Für die Sehbehinderten gibt es nämlich beispielsweise von den Mitarbeitern selbst gebaute Würfel o.ä. aus Styropor oder Kork, in die Filmdosen eingelassen werden. Diese Dosen müssen erfühlt werden und schließlich ein Päckchen Schnürsenkel hinein gesteckt werden. Wenn alle Döschen gefüllt sind, werden die Schnürsenkel nun von den Filmdosen in die Schachtel geordnet. Diese Methode wird auch bei Menschen angewandt, die nicht zählen können.

Im religiösen Sinn wird den Beschäftigten im Förderbereich ebenfalls einiges geboten, so ein Morgenkreis jeden Morgen, der zur kurzen Besinnung dient, die Aufgaben für den Tag werden erläutert, ein Lied wird gesungen, das neue Datum an den Kalender angebracht,… Jeden Monat gestaltet ein Bereich des Christophorus-Werkes einen Gottesdienst in der Michaeliskirche und ich hatte das Glück, dass der Förderbereich im Januar an der Reihe war. Der Gottesdienst stand unter dem Thema der Jahreslosung: „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.“ Einer der Mitarbeiter des Förderbereiches ist Diakon, er suchte passende Lieder aus, übte sie mit dem gesamten Förderbereich und bereitete ein Anspiel zum Thema vor.

Das Verhältnis zwischen der Einrichtung und den Angehörigen der Behinderten gestaltet sich unterschiedlich und mitunter äußerst schwierig.

Jeder Beschäftigte bringt täglich ein kleines Heft mit, in das die Betreuer und die Angehörigen (bzw. die Pfleger im Wohnheim) wichtige Mitteilungen schreiben. Fast alle Angehörigen unterstützen die Arbeit im Förderbereich so gut wie möglich und suchen das Gespräch und die Hilfe der Mitarbeiter. Manche jedoch sind mit vielen Dingen im Förderbereich nicht einverstanden und sehen nicht ein, dass ihr behinderter Angehöriger nicht rund um die Uhr einzeln betreut und gefördert werden kann. Andere merken nicht, wie wichtig es ist, dass Behinderte gezielt gefördert werden und unterstützen zuhause nicht die Arbeit der Mitarbeiter. Das führt zu Spannungen und teilweise dazu, dass Beschäftigte, die eigentlich sehr viel mehr könnten, ohne die Hilfe der Angehörigen nicht ausreichend unterstützt werden können.

Wenn ich an mein Praktikum zurück denke, gibt es kaum spezielle, mir wichtige Ereignisse, sondern eher den Gesamteindruck, der mich tief beeindruckt hat. Nämlich vor allem die Lebensfreude und Offenheit der behinderten Menschen. Gleich an meinem ersten Tag kamen alle auf mich zu und wollten mich begrüßen und erzählten mir sogleich begeistert von ihrem Leben, obwohl wir uns ja gar nicht kannten und viele von ihnen auch gar nicht richtig sprechen können… In Erinnerung geblieben ist mir der zweite Morgen meines Praktikums: Einer der Mitarbeiter hatte Geburtstag und alle Beschäftigten und Betreuer sangen ihm ein Ständchen, wobei die Beschäftigten zwar alle den Text nicht kannten und nicht richtig sprechen oder singen konnten und trotzdem sehr ergriffen dastanden. Viele fingen an zu weinen, weil sie alles so sehr berührt hat und das hat mich gewundert: Wenn man anderswo, etwa in der Schule, jemandem ein Lied zum Geburtstag singt, dann nuschelt jeder irgendwas vor sich hin, mit den Gedanken woanders und ist froh, wenn es vorbei ist! Ähnlich war es im Gottesdienst: Die Angehörigen der Behinderten saßen da und ließen sich berieseln, während die Beschäftigten aus voller Kehle mitsangen und als einzige (!) beim Beten aufstanden und mitbeteten. Wirklich schockiert hat mich, dass sich manche der „normalen“ Menschen später darüber aufregten, dass einige gesungen und gebetet hatten, obwohl sie nicht sprechen konnten und dementsprechend nur „melodisch geschrien“ hatten. Das regte mich zum Nachdenken an und beschäftigte mich auch nach der Arbeit bzw. nach dem Gottesdienst!!

Während meines Praktikums musste ich oft lachen, wobei ich die Behinderten nicht ausgelacht oder mich lustig gemacht habe, sondern einfach die Komik der Situation mich zum Lachen brachte: So viele skurrile Personen an einem Ort, die alle Regeln unseres heutigen Lebens außer Acht lassen  und sich keine Gedanken machen über Klimakatastrophe oder Ölkrisen oder was auch immer und dabei in allem was sie tun gewollt oder ungewollt lustig sind. Ich finde, dass es gerade Behinderten durch ihre Offenheit und Lebensfreude etc. leicht fällt, ihre Persönlichkeit zu zeigen und auszudrücken, weil sie zum Beispiel nichts von sich verstecken und sich niemals umstellen, um anders zu wirken! Behinderte geben sich so, wie sie wirklich sind und das ist meiner Meinung nach auch etwas, was die sogenannten „Gesunden“ lernen können und müssen.

Mein Umgang mit den Beschäftigten hat sich radikal geändert: In den ersten Tagen wusste ich nicht recht, wie ich mit den Behinderten umgehen sollte, weil mir irgendwie alles, was ich getan habe, „von oben herab“ erschien oder zu steif und schüchtern, ich aber auch nicht wusste, wie ich es anders tun sollte… Erst nach einigen Tagen habe ich gelernt, mich ihnen gegenüber völlig normal zu verhalten und nicht lauter und deutlicher zu sprechen. Andererseits wurde ich in ihren Augen auch „gemeiner“, weil ich nach einer Weile wusste, wer was kann und sie mich nicht mehr „ausnutzen“ und sich füttern lassen konnten.

Ich denke, dass mir das Sozialpraktikum persönlich sehr viel gebracht hat, obwohl ich beruflich nicht in diese Richtung möchte und ein Berufspraktikum meiner Meinung nach ebenfalls sehr empfehlenswert wäre. Ich habe nette und freundlich Menschen kennen gelernt und viel gelernt über respektvollen Umgang miteinander und zwischenmenschliche Beziehungen im Allgemeinen, wie man mit speziellen Problemen und Behinderungen umgeht und wie wichtig es ist, dass Menschen mit Behinderung individuell gefördert und in die Gesellschaft eingegliedert werden. Im Benehmen gegenüber anderen Mitmenschen bin ich feinfühliger und sensibler für ihre Ansichten und Probleme geworden und habe gelernt, unbefangener zu leben. Obwohl die Arbeit nicht körperlich schwer war, erschöpfte sie mich sehr. Trotzdem habe ich mich jeden Morgen auf die Arbeit gefreut und die Zeit genossen. Im Gegensatz zur Schulzeit war ich viel ausgeglichener und glücklicher!!

 Jetzt im nachhinein bin ich froh, dass ich mein Praktikum im Förderbereich des Christophorus-Werkes absolvieren durfte, obwohl das nicht immer so war, denn als ich erfahren habe, dass ich ganz alleine dort sein würde, also ohne andere Praktikanten meines Jahrgangs, wurde mir schon mulmig zumute… Nun weiß ich, dass gerade das gut war, weil ich mich noch intensiver eingliedern musste, da ich ja sonst niemanden gehabt hätte. Gewinnbringend war für mich diese Erfahrung auf jeden Fall, da ich mich selbst auch neu kennen gelernt habe.

Außerdem bekam ich nebenbei noch eine ganze Menge nützlicher Dinge mit auf den Weg gegeben, so zum Beispiel wie man einen leckeren Ameisenkuchen backt.

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Der Mythos der alles zerfleischenden Kampfmaschine lauert jetzt seit einigen Jahren kontinuierlich in den Medien, mal mehr, mal weniger aktiv, aber immer bereit, um zur passenden Zeit etwas aufpoliert und frisch ausgewalzt zu werden.  Natürlich ist es schrecklich, wenn Menschen und besonders Kinder von Hunden angegriffen oder sogar getötet werden, daran besteht kein Zweifel! Und selbstverständlich sollte die Politik den Bürgern größtmöglichen Schutz vor gefährlichen Hunden bieten – aber leider läuft die Politik dafür in die völlig falsche Richtung!

Als Kampfhunde bezeichnet man heute im Allgemeinen Hunde der Rassen Staffordshire Terrier, American Staffordshire Terrier, American Pitbull Terrier und Bullterrier, sowie Mischlinge dieser Rassen. Fakt ist, dass Kampfhunde im eigentlichen Sinne heute nicht mehr existieren, denn als Kampfhunde galten niemals bestimmte Rassen, sondern Hunde, die bei Tier- und speziell Hundekämpfen eingesetzt wurden.  Diese Kämpfe sind heute fast überall auf der Welt illegal! Es stimmt, dass die oben genannten vier Rassen vor vielen Jahren fast ausschließlich für Kämpfe gezüchtet wurden, allerdings wurden diese Kämpfe bereits vor mehr als 100 Jahren verboten und seitdem distanzierten sich Züchter deutlich von Hundekämpfen.

In den USA beispielsweise sind American Staffordshire Terrier keine von der Öffentlichkeit gleichermaßen verpönte und gefürchtete Rasse, sondern vielerorts liebevolle Familienhunde. Auch als Farmhunde kommen sie zum Einsatz. Die Rolle dieser Terrier in den USA ist wohl mit den Retrievern hier in Deutschland zu vergleichen und seien wir mal ehrlich, wer fürchtet sich schon vor einem Golden Retriever?!

Insgesamt existieren tausend Ammenmärchen über „Kampfhunde“, sowohl in den Köpfen der Menschen, als auch medial aufbereitet. Die meisten dieser vermeintlichen „Fakten“ sind falsch und das ist oftmals sogar wissenschaftlich belegt.

Ich bin kein Experte in Bezug auf die sogenannten „Kampfhunde“, ebenso wenig kenne ich mich näher mit der Problematik aus. Wer sich genauer informieren möchte, sollte sich die Seiten der Arbeitsgruppe „Mir san Hund“ oder das hier ansehen.
Ich kann nur von meinen Erfahrungen mit „gefährlichen Hunden“ berichten, was ich im Folgenden tun möchte:

 

Da wäre zuerst einmal die Pitbull-Hündin einer befreundeten Familie. Shyla. Als ich ungefähr 10 war, wurde eine Wohnung bei uns im Haus frei und eines Tages erwarteten meine Eltern potenzielle neue Mieter. Wir wussten zwar, dass ein Hund mitkommen sollte, aber erst in letzter Minute erfuhren meine Eltern, dass es ein „Kampfhund“ war. Sofort schickte man mich mit meinem Bruder und einer Freundin zum Eis essen, damit wir bloß nicht in Gefahr geraten konnten. Ich ließ das schon damals nicht gern mit mir machen, ich war doch sooo gespannt auf den neuen Hund, mit dem ich sozusagen vielleicht bald mein Zuhause teilen würde, meine Eltern jedoch blieben unnachgiebig.
Das Ende vom Lied? Eine Weile später entschieden wir, wieder nach Hause zu gehen, die Eisdiele wollte schließen und theoretisch müsste die Wohnungsbesichtigung auch längst abgeschlossen sein. Und als wir nun um die Ecke bogen, saßen meine Eltern dort mit unseren definitiv neuen Mietern und der ach so gefährliche Hund lag im Schatten, eng zusammengekuschelt mit unserem damaligen Kater Felix. Kurze Zeit später zog die Familie also bei uns ein und ich konnte mein Glück kaum fassen – das war fast so, als hätte ich endlich einen eigenen Hund! Tag für Tag nahm ich mir nun von neuem vor, unsere Mieterin beim Gassi mit Shyla zu begleiten. Und Tag für Tag war ich viel zu schüchtern. Es sollte noch fast ein Jahr vergehen. Dann hat die Mieterin mal auf meinen Bruder aufgepasst und ich hab mich endlich getraut, sie zu fragen. Von da an ging ich jeden Tag mit Shyla spazieren, anfangs in Begleitung, später allein. Und wir machten die tollsten Touren, von Shyla lernte ich sehr viel über Hundeerziehung, ich brachte ihr kleine Kunststücke bei und wenn ihr Frauchen arbeiten musste, nahm ich sie mit in die Wohnung meiner Familie.
Mit 12 Jahren diagnostizierte man Gebärmutterhalskrebs bei Shyla, kaum ein Jahr später musste sie eingeschläfert werden.
Noch heute ist Shyla, die Pitbull-Hündin, für mich das Sinnbild einer ausgeglichenen, gut sozialisierten Hündin. Sie war immer freundlich, zu Menschen, Hunden, Katzen und allen anderen Tieren, souverän in jeder Sekunde, gehorsam, verspielt und verschmust. Was sogar verwunderlich ist, weil es bei ihr keinen überrascht hätte, wenn es anders gewesen wäre! Denn Shyla lebte die ersten 4 Jahre ihres Lebens bei einem Türsteher in unsagbar schlechten Verhältnis, wurde vom Tierschutz gerettet und kam zu ihrer späteren Familie. Die machten aus einer abgemagerten, verängstigten und  zuweilen aggressiven Hündin den Schatz von Hund, der sie später wurde.

Shyla ist ein Beispiel für einen der sogenannten „Kampfhunde“, die mindestens so freundlich sind wie die meisten anderen Hunde! Und ihr Leben zeigt außerdem, dass es möglich ist, einen Hund auch nach negativen Erfahrungen mit viel Geduld, Liebe und Konsequenz zu einem liebevollen Begleiter zu erziehen.

 

Ein ganz anderes Kaliber ist Spike…

Spike war die Französische Bulldogge meiner besten Freundin und ich muss zugeben, er hat die Freundschaft stark belastet. Spike zog bei ihrer Familie ein, als ich vielleicht acht Jahre alt war. Ehrlich gesagt weiß ich es nicht mehr genau, vielleicht war ich auch älter. Der Punkt jedenfalls ist, dass ich noch nie vor einem Hund soviel Angst hatte wie vor Spike. Im Prinzip war ich mein Leben lang mutig, fast schon leichtsinnig bei fremden Hunden gewesen, hatte nie schlechte Erfahrungen gemacht. Spike änderte das. Spike war mir schon als Welpe suspekt, er verhielt sich aggressiv gegenüber Artgenossen und Menschen, war schwer zu erziehen und so stark wie man es einem Hund dieser Größe niemals zutrauen würde. Ich wollte meine Freundin nicht mehr gern besuchen und sie war sauer, weil ich ihren Hund nicht mochte. Selbstverständlich spielten noch viele andere Faktoren eine Rolle, trotzdem läpperte diese Freundschaft so dahin, bis wir irgendwann kaum noch in Kontakt standen. Für mich war und blieb die Französische Bulldogge das „Feindbild“ eines Hundes und das über Jahre.
Erst als sich die Besitzer von Shyla entschlossen, einen Pflegehund aufzunehmen, änderte sich mein Bild. Denn dieser Pflegehund war eine Französische Bulldogge, genauer gesagt eine schwarz-gestromte Hündin namens Tini.

Tini war ein Engel von einem Hund, sehr brav, gut erzogen und unglaublich verschmust. Sie hat mein Bild von Bulldoggen erheblich aufgerüttelt und mir glücklicherweise früh genug gezeigt, dass es keine „gefährliche“ Hunderasse gibt, sondern die Probleme am anderen Ende der Leine zu finden sind. (Was nicht heißt, dass die Familie meiner besten Freundin den Hund falsch erzogen hätte… Wie gesagt, ich kenne Spike fast nur als Welpen und ich denke, dass ich die Situation als Kind schlicht falsch eingeschätzt hab und heute anders an die Sache rangehen würde! Leider geht es so wahrscheinlich den meisten Menschen mit Angst vor Hunden, sie machen eine negative Erfahrung, womöglich als Kind, wenn man noch leicht beeinflussbar ist und es ist schwierig, diese Angst wieder zu beseitigen!)

Wenn ein Hund aggressiv gegenüber Menschen oder Artgenossen reagiert, gibt es hierfür eine Fülle von Gründen und Ursachen, die genau analysiert werden müssen! Die Rasse eines Hundes sagt nichts über seine Gefahr für Menschen aus. Natürlich haben Rasse ihre individuellen Eigenschaften, für die sie von Liebhabern geschätzt werden, deshalb sollte man sich als Halter frühzeitig über die Rasse informieren und bei der Erziehung des Hundes beispielsweise auf Hilfe, etwa einer Hundeschule, zurückgreifen.

Bestimmte Hunderassen zu verbieten, schafft das Problem nicht aus der Welt, sondern damit macht man sich die Sache schlicht und einfach viel zu leicht und diese Verbote werden Angriffe von Hunden auf Menschen niemals aus der Welt schaffen können! Hier ist es wichtig, dass die Politik mit Menschen zusammenarbeitet, die sich damit auskennen, sprich mit Haltern und Züchtern der Rassen, Tierärzten, Therapeuten usw. Die Medien dürfen dabei nicht polarisieren, sondern müssen ein differenziertes, der Wahrheit entsprechendes Bild vermitteln, sodass keine weiteren Vorurteile entstehen!

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„Wenn ich auf meine Kindheit zurückblicke, frage ich mich, wie ich überhaupt überlebt habe. Natürlich hatte ich eine unglückliche Kindheit; eine glückliche Kindheit lohnt sich ja kaum. Schlimmer als die normale unglückliche Kindheit ist die unglückliche irische Kindheit, und noch schlimmer ist die unglückliche irische katholische Kindheit.“

Die Geschichte dieser Schlimmsten aller unglücklichen Kindheiten erzählte Frank McCourt  1996 in seinem ersten Roman „Die Asche meiner Mutter“, im Original „Angela’s Ashes“.
McCourt, 1930 in Brooklyn geboren, beschreibt die Stationen seiner Kindheit, seine ersten fünf Lebensjahre in New York, der Tod seiner Schwester, die nicht mal ein Jahr alt wurde, der Umzug der Familie zurück in die alte Heimat, zurück nach Irland. Die Schwierigkeiten, die beide Großeltern mit der anderen Familie hatten, die protestantische Familie des Vaters aus dem Norden und die Katholische der Mutter aus Limerick, wo die Familie schließlich wohnen bleibt. Und damit fangen die Probleme erst an, die Probleme mit dem alkoholsüchtigen Vater, der kaum eine Arbeit länger als ein paar Tage behält, und die machtlose und vom Schicksal gebeugte Mutter dazu treibt, betteln zu gehen für das Überleben der Familie. Dazu kommen altehrwürdige Priester und Schulmeister, die den Armen um keinen Preis helfen und ein besseres Leben ermöglichen möchten. All das verpackt in Episoden einer Kindheit in Limerick.
Aber es gibt auch Lichtblicke in dieser Kindheit, die Zeit morgens mit dem Vater vorm Kamin zum Beispiel, wo er, wenn er mal nüchtern ist, stundenlang Geschichten aus der glorreichen Vergangenheit der Iren in Amerika erzählen kann. Oder auch die Stunden, die der junge Frank bei einer Nachbarin verbringt, um mit ihr Shakespeare im Radio zu hören oder bei einem blinden, alten Mann, dem er „Gullivers Reisen“ vorliest.
Diese Erfahrungen wecken McCourts Liebe zur Literatur, seinen Wunsch, Schriftsteller zu werden. Als er 1949 mit 19 Jahren Irland verlässt, um mit einem Schiff nach New York überzusiedeln, kauft er sich von seinem letzten Geld eine Gesamtausgabe von Shakespeares Werken, das einzige Buch in seinem kläglichen Gepäck für Amerika.
Seinen Traum, Schriftsteller zu werden, verwirklichte er erst, nachdem er ein Leben lang an New Yorker Schulen unterrichtet hatte. Über diese Jahre berichtet und erzählt er in den Fortsetzungen seines ersten Romans, in „Ein rundherum tolles Land“ und „Tag und Nacht und auch im Sommer“.

Frank McCourts „Die Asche meiner Mutter“ ist eines der großartigsten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Jahrelang lag das Buch in meinem Schrank, erst letztes Jahr im Sommer habe ich es eher aus einer Laune heraus zu lesen angefangen, vorwiegend um mich beim Sonnen nicht zu langweiligen. Und dann passierte dieses typische Frank McCourt-Wunder, von der ersten Seite an konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Es ist nicht nur der erdrückende Inhalt des Buches, diese erschreckende Armut, die fesselt. Das Geheimnis ist auch nicht damit geklärt, zu sagen, es sei die genaue Beschreibung der Umstände, so dass man sich fühlt, als sei man mitten in McCourts Irland, laufe neben ihm auf den Straßen Limericks. Es ist vielmehr der grandiose und unvergleichliche Stil eines Autors, der diesen kindlich-naiven Blick seines jüngeren Ichs mit der Weisheit des Alters mischt, der auch in dunkelsten Passagen ein Lächeln ins Gesicht zaubert, der scheinbar simple Anekdoten mit einer Tragikomik aufmischt, die man selten sieht. Trotz der Schrecken dieser Kindheit ist das Buch in jeder Zeile voller Optimismus und voller Lebensdrang. Und obwohl McCourt kein „professionneller“ Schriftsteller ist und aus der Sicht eines Kindes schreibt, also in einfachen Worten und zu jeder Zeit im Präsens, gelingen im Passagen, die einem fast das Herz stehen bleiben lassen, so schrecklich und so schön sind sie. Schrecklich, weil das Leid kaum vorstellbar ist und schön, weil McCourt sie so elegant und dabei so leicht und flüssig erzählt, dass man sich gelegentlich am Ende eines Abschnitts fragt, wie man vom ersten Satz überhaupt hierher kommen konnte… Wundervolles, schrecklich-schönes Buch, das auf meiner Favoritenliste bei den Ersten dabei ist und ich nur jedem dringendst empfehlen kann 🙂

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Coursing in Babenhausen

Eine Weile ists her, aber die Bilder sind trotzdem schön…
Am 23.10.2010 (letztes Jahr :D) hat der Club für Windhundrennen Frankfurt am Main e.V. (CWF) in Babenhausen ein Coursingtraining durchgeführt. Einige Leute waren da, die ihren Hunden mal ohne den lästigen Wettkampfstress den Spaß gönnen wollten, dem künstlichen Hasen hinterher zu jagen. Mehr gibt’s dazu eigentlich nicht zu schreiben, hier sind die Bilder:

© Scholz, Deutschland

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