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Posts Tagged ‘Kunst’

In Kassel findet derzeit die 13. documenta statt, eine Ausstellungreihe zeitgenössischer Kunst. Noch bis Anfang September werden die von 114 Künstlern gezeigten Exponate viele tausend Besucher aus der ganzen Welt anlocken, die dOCUMENTA (13) verwandelt die nordhessische Großstadt  für 100 Tage zum glühenden Mittelpunkt der globalen Kunstszene.

Aus gegebenem Anlass machte auch ich mich gestern samt Familie auf nach Kassel, um einen ersten Eindruck der diesjährigen Documenta zu bekommen. Auf die einzelnen Künstler, ihre Werke und Intentionen ist an anderer Stelle schon gebührend eingegangen worden, außerdem kann ich gar nicht von mir behaupten, ich hätte genügend Ahnung, um darüber zu berichten. Stattdessen möchte ich mich einem anderen Punkt, einer äußerst wichtigen Frage widmen – der Frage, nach der Bedeutung, dem Wert der Kunst, allgemein und besonders in der heutigen Form und Zeit. Ausschlaggebend dafür war die Begeisterungslosigkeit meiner Familie beim Rundgang, das müde Lächeln über die sogenannte „Kunst“ und schließlich die Aussage, man könnte in einer Zeit voller Krisen die Millionen Gelder, die in die documenta fließen, sicher besser investieren. Und ich muss zugeben, anfangs konnte ich dem kaum etwas entgegensetzen – außer dem üblichen Gestammel, Kunst sei sehr wichtig. Warum eigentlich?

 

Was ist Kunst?

Komischerweise stellt sich die Frage nach der eigentlichen Bedeutung der Kunst fast immer bei der Betrachtung Moderner oder Zeitgenössischer Kunst. Niemand würde sich vor einen Rembrandt stellen und ernsthaft behaupten, das sei keine Kunst, und auch bei Albrecht Dürer verneigt man sich ehrfürchtig vor seinem großen Können, anstatt entnervt zu behaupten, man könne dies selbst malen, oder dem Gemälde ganz und gar das Existenzrecht abzusprechen.

Für viele Menschen definiert sich Kunst also über den Schwierigkeitsgrad – ein Gemälde aus der Epoche des Realismus beispielsweise erfordert größtes künstlerisches Können, Konzentration und erhebliche Ausdauer, kaum jemand kann so malen – es muss wahre Kunst sein! Einen schwarzen Punkt auf weißen Untergrund zu setzen hingegen, nun ja, das kann doch jedes Kind! Ergo ist es keine Kunst…

Fakt ist, dass sich Kunst keineswegs nur über Schwierigkeit und Dauer ihrer Herstellung definieren lässt – und das auch niemals sollte!
Laut Wörterbuch bezeichnet Kunst zuallererst ein von Menschenhand geschaffenes Produkt, das Resultat eines kreativen  Prozesses.
Was ist nun gute Kunst und was reiner Kitsch? Wer bestimmt den Wert von Kunst? Und wie rechtfertigt man die Investition von Millionenbeträgen, wenn Menschen auf der ganzen Welt hungern und man doch genauso ‚Gutes tun‘ könnte?

 

Die Bedeutung der Kunst

Auf die unterschiedlichen Formen der Kunst möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, es würde den Rahmen sprengen. Laut Wikipedia handelt die Kunst vorwiegend von der Gewichtung der Kreativität und der Effizienz, wobei das Ergebnis im Mittelpunkt steht und auf vergleichsweise bescheidene Art erreicht wird. Das erklärt allerdings eher Begriffe wie die ‚Heilkunst‘ oder auch die der ‚freien Rede‘.

Ebenso vielfältig gestaltet sich die Funktion der (Bildenden) Kunst und reicht von augenscheinlich auf der Hand liegenden Punkten, wie der Unterhaltung oder ihrer therapeutischen Funktion (z.B. Maltherapie), bis hin zur positiven Auswirkung auf Motivation und Stimmung. In der Gesellschaft soll Kunst als bekräftigendes Mittel  den Zusammenhalt stärken und eine Identifikationsgrundlage schaffen. Dementsprechend findet man Kunst auch im religiösen Zusammenhang. Auch zur „intellektuellen Schulung“ wird Kunst gern genutzt, durch intensive Auseinandersetzung wird die Tätigkeit des Gehirns angeregt. Zudem gelten Kunstwerke als Spiegelbild ihrer Zeit, geben beispielsweise Aufschluss über Sitten und Gebräuche und übermitteln bestimmte Ansichten oder Aussagen sowohl des jeweiligen Künstlers, als auch der Gesellschaft.

In der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts verdrängte ein völlig neuer Ansatz die bis dato hauptsächliche Funktion der Kunst – an die Stelle der Ästhetik, des reinen, sinnlichen Genusses eines Kunstwerks trat der intellektuelle Prozess des Nachdenkens. Dies führte zu einer nicht-enden-wollenden und noch immer lustig sprudelnden Flut von Kunst – hässliche und abstoßende Gebilde, offenbar wahllos zusammengewürfelte Alltagsgegenstände, Innovationen.

An dieser Stelle tauchte ein gespenstischer Satz auf – ‚Was will uns der Künstler damit sagen?‘ – ein vollkommen idiotischer Ansatz für Kunst. Selbstverständlich beinhaltet Kunst eine  Symbolik, die es zu deuten und interpretieren gilt, was schließlich in einer in Worte gefassten Kritik, Belehrung, schlichten Aussage mündet. Leider entstellte sich der Begriff der ‚Aussage‘ eines Kunstwerks mit der Zeit selbst, sodass wir uns heute dem Phänomen gegenüber sehen, dass Kunst ohne klar erkennbare, tiefgründige und möglichst kritische Aussage gänzlich verachtet wird. Dabei ignoriert man die älteste Funktion, die wichtigste Bedeutung der Kunst – die reine, persönliche Erfahrung des Individuums. Man kann kein wirkliches Kunstwerk in Worte fassen und erklären und es niemals völlig interpretieren, da sich doch immer wieder eine neue Perspektive eröffnet, von Mensch zu Mensch ebenso wie aus Stimmungen und momentanen Gefühlen heraus.

 

Bis zur Kunst und darüber hinaus

Zwei Lager stehen sich gegenüber – die Verfechter des klassischen, rein ästhetischen Begriffs und diejenigen, die Kunst vor allem über Aussage und Innovation definieren. Wer bestimmt nun den Wert von Kunst?
Gerade in der heutigen Zeit wird allzu oft außer Acht gelassen, dass auch Ästhetik etwas ausdrücken kann und leider wird allzu oft missachtet und falsch verstanden, dass nicht unbedingt immer alles eine tiefere Bedeutung hat (und das auch nicht haben muss). Gibt es auch nur eine einzige Person auf dieser Welt, die ein Kunstwerk für schön und ästhetisch hält, so darf dieses Kunstwerk als völlig berechtigt gelten und damit absolut bedeutsam. Kunst lohnt sich in dem Moment, in dem sie für nur einen Menschen für nur eine einzige Minute ein bisschen Glückseligkeit geschaffen hat.
Andererseits nahm die Kunst als Kritiker und Reflektor der Gesellschaft seit jeher eine bedeutsame Rolle ein und sollte dies weiterhin beibehalten.

Dass Alltagsgegenstände plötzlich zu Kunst mutieren – präsentiert auf Podium in einer Halle, oder  gigantische Bauklötze in einem Park als Leuchtfeuer zeitgenössischer Kunst gefeiert werden, liegt zuerst an dieser außergewöhnlichen Präsentation. Das Rad eines Fahrrads, eines von Marcel Duchamps bekanntesten Ready-mades, wird in dem Moment zum Kunstwerk, wenn seiner ursprünglichen Form und Funktion entrissen und neu hergerichtet und präsentiert wird. Über die Aussage des Fahrrad-Rades möge nun jeder selbst entscheiden…

Schlussendlich jedoch bestimmt den Wert der Kunst der Betrachter, der Verbraucher selbst – die Kunstwelt unterscheidet sich hier nicht von anderen Branchen. Die Werke eines Künstlers müssen entdeckt werden von Personen, die in der Kunstwelt ‚etwas zu sagen haben‘ und daraufhin unterstützen, dieser Künstler wird gefördert, seine Werke und Ausstellungen gebührend präsentiert und vermarktet. Wie viel jedes Werk Wert ist, bestimmt, schlicht und vereinfacht gesagt, Angebot und Nachfrage …

 

dOCUMENTA (13)

„… die documenta hat die Kunstwelt immer wieder erschüttert, ob in armen, nach Kunst dürstenden Nachkriegszeiten, in aufrührerischen Revolte-Jahren, in der unbeschwerten Epoche des ausgehenden 20. Jahrhunderts oder dem von der Globalisierung geprägten Jahrhundertwechsel. Die documenta-Geschichte ist eine Geschichte der Niederlagen, des Zweifels, der Skandale und gleichzeitig der Erneuerung, der Erkenntnis, der künstlerischen Produktivkraft. Immer aber war sie eine Erfolgsgeschichte …“

– Michael Glasmeier; Karin Stengel

Was soll ich dem noch hinzufügen? Die documenta ist großartig, weil sie Künstler und Kunstinteressierte zusammenbringt und weil dank ihr die Welt noch näher zusammenrückt, weil die documenta Dialog ist, zwischen Kulturen, Generationen, zwischen Kunstinteressierten und Kunstmuffeln gleichermaßen, weil man ihr in Kassel einfach nicht ausweichen oder entkommen kann. Und abgesehen davon, wieviel mehr oder weniger des investierten Geldes auf der documenta (oder jeder anderen Ausstellung) durch Besucher und Käufer wieder ‚reinkommt‘ und wie sinnvoll die Investitionen sind, die man mit diesem Geld dann macht, halte ich Veranstaltungen wie die documenta für absolut berechtigt. Und obwohl sicher einiges auf dem Kunstmarkt nicht optimal verläuft (was es allgemein äußerst selten tut), so ist der Markt doch für alle beteiligten Seiten von immenser Bedeutung. Wer sich der Kunst zu entziehen versucht, hat, salopp gesagt, schlechte Karten. Dann doch lieber durch das documenta-lastige Kassel schlendern, über die frei zugänglichen Exponate grübeln und falls es nicht gefällt, bleibt immerhin noch ein Spaziergang, neue Erfahrungen und das Bewusstsein, die ‚Tätigkeit des Gehirns angeregt‘ zu haben.

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… I have seen as much of life as the world can show.

Und wie recht er damit hat, der Herr Samuel Johnson! Fast zwei Monate sind mittlerweile vergangen, seit ich aus London zurückgekehrt bin – und ich vermisse es jeden Tag ein bisschen mehr. So sehr ich mich auch auf alles Weitere freue, dass das Leben noch für mich bereit hält, so sehr bin ich doch ein echtes ‚London Girl‘ geworden und auch wenn viele Londoner das für eine Beleidigung halten, ist es das schönste Kompliment, das man mir heute machen kann. Während dieser sechs Monate in London (eine verdammt nochmal viel zu kurze Zeit in dieser wundervolle Stadt) – well, I had the time of my life!

Find your own lil‘ heaven!

Eine Bekannte aus Berlin, die ich in London kennenlernte, verzog sich nach einem kurzen Gastspiel als Au-Pair zurück nach Deutschland – die Stadt sei zu laut, zu oberflächlich, zu teuer. Eine andere Freundin, die ich in einem Hostel in Swiss Cottage traf, möchte nach Irland auswandern und weil jeder London so liebt, wollte sie erst diesen Ort entdecken und als zukünftigen Wohnort ausschließen, bevor sie sich auf den Weg zur irischen Küste macht – und sie tat dies ruhigen Gewissens, auch ihr schien London zu wild, verrückt, gestresst, laut. Es mag also stimmen, London ist nicht Jedermanns Sache – aber welcher Ort auf Erden ist das schon? Großstädte sind nun mal laut und wirken gestresst und doch findet man auch hier, wie es mir eine Kollegin wärmstens empfohlen hat, seinen eigenen, kleinen ‚Himmel’…. Zum Beispiel bei einem Spaziergang im wundervollen Hampstead Heath, beim Chillen am Regent’s Canal in Camden oder Sonnen im Green Park, bei einer morgendlichen Tour mit der DLR, wenn man ganz vorne sitzt und die Sonne über den Docklands aufgehen sieht oder auf dem abendlichen Nach-Hause-Weg, wenn man die Tube einfach mal weglässt und stattdessen durch Angel oder Belsize Park schlendert oder die Millenium Bridge überquert und Künstlern dabei zusieht, wie sie versuchen, die Magie, die diese Stadt entfaltet, auf einem Foto einzufangen. Es ist wunderschön. London ist wunderschön und wenn man der Stadt, den Menschen und auch der Hektik, dem Flair eine Chance gibt, wird man niemals enttäuscht sein – auch wenn man vielleicht nicht für immer bleiben möchte.

Activities, activities, activities… LOADS to do!

Fakt ist, dass man in London immer was zu tun hat – weil man immer etwas Neues findet! Die Stadt quillt über vor Möglichkeiten, egal ob Kino (was, und das ist einer der wenigen Nachteile, die ich nennen kann, schrecklich teuer ist – ca. 12 Pfund), Theater, Konzerte oder Musicals (alle in größerem oder kleinem Format, für alle Preisklassen und Geschmäcker), jahreszeitlich gebundene Aktivitäten (Eislaufen vor dem Natural History Museum im Winter!!), egal ob Café oder Burger essen, Lunch mit Freunden beim charmanten Spanier oder ein schickes Dinner, Chillen und Grillen im Park, Shopping (der Klassiker), Schwimmbad, Sightseeing (es gibt immer was, das man noch nicht gesehen hat!), die verschiedensten Sportangebote und -möglichkeiten und vor allem neue Menschen und Kulturen, Sprachen kennenlernen, denn London ist Multikulti pur, eine echte cormopolitan city (kleines Beispiel aus eigener Erfahrung: die Geburtstagsparty eines guten Bekannten – die Runde setzte sich zusammen aus Engländern, Iren, Indern, Jamaikanern, Kanadiern, Arabern, Polen, einer Französin und einer Deutschen, mir! Es waren Studenten und Professoren, Immobilienmakler, Journalisten, Gastronomen, Tattoo Artists,…) Gibt man dieser Stadt eine Chance und ringt sich selbst dazu durch, neue Wege zu gehen und Neues auszuprobieren, dann kann man unmöglich enttäuscht werden! Und zu guter Letzt… Die liebste Beschäftigung aller Briten (und mittlerweile auch meine…) – ein gepflegter Pub Crawl! Egal ob in kleiner oder großer Runde, man trifft coole Leute von Nah und Fern und verlebt eine tolle Zeit! Wie vermisse ich es, abends auf ein paar Pints in meinen ‚Local‘ zu gehen! (TIPP: The Good Mixer in der Inverness Street, nur 5 Minuten von der Camden Town Tube Station entfernt – der beste Pub Londons und der ganzen Welt! Entspannte, ein wenig skurille Gäste, eine fast schon legendäre Jukebox, gelegentlich Live-Musik, waaahnsinnig cooler Bar Staff und einfach der beste Ort in ganz London!)

Camden – luv it!!

Überhaupt… Soll ich einen Tipp geben, was man in London besuchen muss? Camden! Der Stables Market, zu Marktständen und Geschäften umgebaute Pferdeställe (ein Muss!), super Pubs und Bars (The Good Mixer, Dublin Castle, Proud Camden, Zensai Bar, Bar Fifty-Five (Sonntag und gelegentlich wochentags ab 18 Uhr 2-4-1 Cocktails – und die looohnen sich!!), süße, leckere, bezahlbare und definitiv hingeh-würdige Restaurants (The Diner (mörderisch geile, original American Burger, Milchshakes und Hotdogs) oder das Jamon Jamon (ein Spanier – ich mochte nie essen, was aus dem Wasser kommt, ging ins Jamon Jamon – und liebe seitdem Paella!)), viele kleine Imbissbuden und Cafés, in denen man zum Beispiel mittags für wenig Geld Sandwiches oder Baguettes oder Kuchen, Kekse, Scones kaufen kann und Buden aus aller Welt mit landestypischen Spezialitäten am Market und natürlich – Clubs und Venues, Kinos und andere Orte, in denen man so einige Stunden ausgelassen feiernd verbringen kann… Zum Beispiel der mittlerweile weltbekannte Club KOKO oder das Jazz Venue!
Man sieht… Kein Wunder, dass Amy Winehouse in Camden Town lebte und es liebte! Auch ich bin diesem verrückten Viertel verfallen und kann es kaum abwarten, im April wieder für 10 Tage hinzufliegen! I’m a Camden girl now!

Life in a Flat-share

Vor WGs warnen viele seit jeher und egal, ob aus gutem oder eher pingeligem Grund – natürlich ist es sicherlich, dass man nicht irgendwo wohnen möchte. In London, das sag ich euch, wohnt man in einer WG und was hierzulande nur während des Studiums alltäglich ist, gilt in London fast ein Leben lang. Wirklich, ich kenne viele Ü30’s die noch immer in einer Wohngemeinschaft leben und das nicht unbedingt, weil sie wollen, sondern weil sie müssen – eine eigene Wohnung in London?! (Fast) Unbezahlbar! Deshalb – lange vorher anfangen zu suchen, sollte man ans Auswandern denken, denn erstens sind sogar Wg-Zimmer häufig seeeehr teuer (ich wohnte im Norden, in Burnt Oak/Edgware in einem 2×2-Meter-Zimmer und bezahlte wöchentlich 100 Pfund!) und auch wenn man das wohl oder übel mitmachen muss, die Mitbewohner machens aus! Ich für meinen Fall hatte groooßes Glück, wohnte mit 5 Leutchen zwischen 24 und 30 zusammen und sie trugen maßgeblich dazu bei, dass meine Zeit in der britischen Hauptstadt so immens geil wurde! Also nehmt die Wohnungssuche nicht auf die leichte Schulter! (Und stellt euch auf kalte, schlecht isolierte Häuser und im Winter Probleme mit warmem Wasser ein :-P)

Wegen einer Arbeit in London rate ich mittlerweile von einem Praktikum ab – denn man findet relativ leicht bezahlte Arbeit und das nicht nur als Kellnerin! Für die meisten Briten ist es, sogar im weltoffenen London, noch immer faszinierend und nicht zu glauben, dass Menschen zwei oder mehr Sprachen sprechen, sodass man auch als ÜbersetzerIn arbeiten könnte und es gibt zig andere Möglichkeiten, Callcenter, Sales Advisor, Administrator, …. Egal, ob man länger bleiben oder nur mal einige Monate schnuppern möchte, mit Geduld und einigem Geschick (und damit meine ich prinzipiell nur, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen!) lässt sich gerade in London Arbeit auftreiben! Wichtig ist, selbst vor Ort zu sein – von Deutschland aus dürfte es schwierig werden! (Trotz allem muss ich wohl zugeben, dass das Praktikum beim Magazinverlag, das ich gemacht hab, sich ganz nett auf dem Lebenslauf macht……)

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Nun denn.. Was soll ich noch sagen?! Laut, hektisch, verrückt?! JA! Das ist London! Und aufregend, weil es niemals schläft und weil man sovieles sieht, erlebt, kennenlernt, das man sich nie zu träumen gewagt hätte und weil die Menschen so anders sind, so einnehmend, höflich und liebenswert und weil man die besten Partys dieser Welt in London feiert und weil die Gegensätze hier süchtig machen, weil man Promis und Berühmtheiten trifft und das Leben kennenlernt und weil, wenn man es gesehen hat, das Leben so viel schöner, so viel bedeutsamer erscheint! Weil London einfach GLÜCKLICH macht!

Denn, so behauptet es Samuel Johnson, wer London überdrüssig, der ist des Lebens überdrüssig. London bietet alles, was man sich nur wünschen kann. That’s it!

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Dies ist eine Inhaltsangabe zu der Kurzgeschichte „Nachts schlafen die Ratten doch“, welche von Wolfgang Borchert 1946 geschrieben wurde. In dieser Kurzgeschichte geht es um einen Jungen, der von einem Mann angesprochen wird. Diese Kurzgeschichte handelt während oder nach dem 2. Weltkrieg.

Die Hauptperson ist der neun-jährige Junge Jürgen. Jürgens Bruder ist während eines Bobenangriffs gestorben. Seitdem passt Jürgen auf die Leiche seines Bruders mit allen Mitteln auf, denn er denkt, dass Ratten an ihm herum knabbern könnten. Daher geht er auch nicht in die Schule. Später kommt ein älterer krummbeiniger Mann zu Jürgen und die beiden kommen ins Gespräch. Sie unterhalten sich darüber, dass Ratten nachts schlafen, und daher muss Jürgen nachts nicht auf seinen toten Bruder aufpassen, sondern kann schlafen. Außerdem lockt der ältere Mann Jürgen zu sich nach Hause, indem er über seine Kaninchen redet.

Es ist zwar nicht ganz klar, ob Jürgen wirklich zu dem älteren Mann geht, doch ich denke, dass Jürgen mit dem Alten geht.

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Nein, es ist nicht der Ravi Shankar von den Beatles – aber dennoch ein beachtenswerter Künstler Indiens und deswegen gibt es mehrseitiges, englisches Künstlerporträt in der Hausaufgabenhilfe über S. Ravi Shankar, verfasst von Jana Manuelpillai, der einige Werke Shankars zurzeit in seiner Galerie ausstellt und auch zum Verkauf anbietet.

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Bezogen auf die sri-lankische Künstlerin Anoma gibt es einen Namen, der ihre Kunst besser beschreibt und ausdrückt als alles andere es je könnte: Rainer Maria Rilke. Dieser deutschsprachige Dichter und Anoma haben eins gemeinsam, das Anoma von vielen Künstlern unterscheidet, eine vielfältige, geradezu überwältigende, poetische Interpretierbarkeit und eine ganz individuelle Wirkung auf den Betrachter.

Anomas eigene Kunstauffassung entwickelte sich sehr schnell und avancierte bald zu einem Balanceakt zwischen den Welten – Anoma möchte die Beziehung zwischen unserer Seele und der Natur, zwischen der materiellen Welt und der Spirituellen zeigen und ebenso die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen ihrer asiatischen Heimat und der westlichen Welt, die sie während ihres Studiums in London kennenlernte, darlegen.

‘I was hugely influenced by theatre, opera, poetry, literature, the English countryside, the wilder side of it… cultural input that was and is still very important to me.’ Anoma
(„Theater, die Oper, Poesie, Literatur, die englische Landschaft, der wilde Teil von ihr, das alles beeinflusste mich sehr – ein kultureller Beitrag, der sehr wichtig für mich war und noch immer ist.“)

Die Natur fand so ihren Weg in Anomas Werke – und das nicht nur als Motiv. Ihre Kompositionen entwickeln sich organisch, sie wachsen aus einer Idee, aus einem Funken, den sie irgendwo aufschnappt, über verschiedenste Weisen zu einem Kunstwerk. Anoma möchte sich nicht auf ein Medium beschränken, sie benutzt Bleistift und Tinte, Kreide, Wasserfarben und Öl in den verschiedensten Tönen, von hellem Pastel über schwarz-weiß bis hin zu knalligen Farben. Und sie benutzt alles auf einmal, alles übereinander, die Farben und Techniken überlappen sich ebenso wie die Aussagen und Motive ihrer Werke.

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Es ist doppelsinnig, geradezu mehrdeutig, wenn die Motive, davon fliegende Vögel, offen stehende Türen, Schiffe, Wege, Flüsse und angedeutete Figuren, sich überlappen und bei jedem erneuten Betrachten plötzlich ganz andere Dinge auftauchen. Aus dem anfangs gesehen Farbstrudel entstehen Landschaften und Welten und doch muss man jedes Mal von neuem Suchen – und entdeckt wiederum etwas anderes.

So einfach erklären lässt sich das Phänomen Anoma nicht, ihre Bilder siedeln sich irgendwo zwischen Traum und Realität an, zwischen eine bedeutenden Aussage und einfach ganz viel hingeklatschter Farbe; Anoma bemängelt den Bedeutungsverlust von Natur für den modernen Menschen und führt uns unsere Sterblichkeit vor Augen und im nächsten Moment zeigt sie doch wieder nur einen Strudel aus Farben und Formen.

Im Gegensatz zu diesen überladenen Gemälden stehen Anomas Glasskulpturen – und belegen ihre Wandelbarkeit. Übereinander gestapelte Glasplatten – ohne Farbe, ohne Ecken oder Kanten, einfaches, durchsichtiges Glas – der Effekt ist so einfach wie überwältigend.

Der Direktor der Noble Sage Gallery, Jana Manuelpillai, erklärt es folgendermaßen: ‘The glass appears like weathered rocks by the beach yet shine like the ocean itself. We can’t help but want to touch these beautiful objects. Once the top-most quotation is read and digested we want to peer into the work, uncover the quotations in the planes beneath. Surfaces become doorways to new understandings. As in all her work, the visual experience is nothing less than compelling and powerful every time.’
(„Das Glas wirkt wie verwitterte Felsen an einem Strand und schimmert doch wie der Ozean selbst. Wir können uns nicht helfen und wollen diese schönen Objekte berühren. Wenn das getan ist, wollen wir in das Werk hineinsehen, die Deutungen in den unteren Schichten aufdecken.  Oberflächen werden zu Türen zum Verständnis. Wie in jeder ihrer Arbeiten ist die visuelle Erfahrung verlockend  und mächtig zu jeder Zeit.“)

In der Noble Sage Gallery in East Finchley können einige von Anomas Kunstwerken, unter anderem beschriebene Glasskulpturen, noch bis Anfang November betrachtet werden.

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… an open door to the unknown with unlimited possibilities. It is a process of experiencing.

Einer der wundervollsten Vorzüge meines Jobs als Redaktionsassistentin sind ohne Zweifel die unzähligen Pressevorführungen, -rundgänge und Vernissagen, die ich besuchen darf. Am letzten Samstag hat es mich nun nach East Finchley verschlagen, zur Eröffnung der Ausstellung „Figuration from India, Sri Lanka and Pakistan“ in der Noble Sage Gallery.

Für mich fast schon ein historischer Augenblick, die erste Vernissage, das erste Presse-Event, an dem ich ganz allein teilnehme, überraschte mich zuallererst die freundliche Begrüßung in der Galerie – zumal ich eigentlich zu spät erschien und mir schon zig tausend Entschuldigungen zurecht gelegt hatte… Das spielte überhaupt keine Rolle, prompt wurde mir ein Glas Wein in die Hand gedrückt und der Direktor der Noble Sage Gallery, Jana Manuelpillai, bedankte sich für mein Erscheinen und zeigte mir einige ausgewählte Werke.
Überaus nett und interessiert waren im Übrigen auch die anderen Gäste der Ausstellungseröffnung,  sodass es ein wundervoller Abend in guter Gesellschaft wurde – aber hier soll es schließlich um die Ausstellung gehen, also bitte:

 

Vierzehn südostasiatische Künstler werden zurzeit in der Galerie vorgestellt, alle so unterschiedlich wie ihre Herkunft.

Da wäre zum Beispiel N. Kirubanandhan, dessen Reihe Cock Fight ausgehängt ist – eine Reihe von Skizzen, bei denen man sich nicht ganz sicher sein kann, was man nun davon halten soll – ob man die detailgetreue Darstellung der Vögel loben oder die Brutalität bemerken, nach einem tieferen Sinn suchen soll – ich jedenfalls musste mich jedes Mal, wenn ich vor einem dieser Bilder stand, erst einmal neu orientieren und ich kann es nicht erklären, aber verstörend wäre wohl das Wort, das mir zuerst zu Cock Fight einfallen würde.

In der Noble Sage findet man außerdem Ashok Patel, einen jungen, ambitionierten, indischen Künstler, der sich an verschiedensten Medien ausprobiert und dessen Namen ich mir eben nicht nur merken kann, weil eine meiner Mitbewohnerinnen genauso heißt, nein – seine Werke sind wirklich gut.
Andere bedeutende Künstler füllen den Raum mit Leben, Anoma zum Beispiel und Ravi Shankar und der großartige Seevali Illangasingha – sie alle stammen aus dem südostasiatischen Raum, sie alle gestalten figurative Werke und sind trotzdem so verschieden.

Die Ausstellung „Figuration from India, Sri Lanka and Pakistan“ in The Noble Sage Gallery wird noch bis zum 4. November 2011 zu sehen sein – und ich kann sie jedem Besucher Londons ebenso wie jedem Londoner nur wärmstens empfehlen.
Es ist eine Ausstellung, die in eine andere Welt entführt und Sehnsucht weckt, denn die asiatische Kunst lässt sich nur schwer mit zeitgenössischer westlicher Kunst vergleichen. Religion spielt eine viel ausschlaggebendere Rolle und ist fast in jedem Werk vorhanden, ebenso wie Motive aus der Natur, undurchdringlicher Dschungel, hinter Bäumen versteckte Dörfer, wilde Tiere – Motive, die mich im Allgemeinen eher an Kinderbücher erinnern und von denen ich nicht gedachte hätte, dass sie aktuell in der Kunst tatsächlich noch eine Rolle spielen. Trotz dieser Unterschiede finden sich Gemeinsamkeiten und zarte, angedeutete Übergänge zwischen dieser unbekannten Welt und dem westeuropäischen Alltag.

Eine wundervolle, sehr gelungene Ausstellung – eine Reise nach Ostasien in einer kleinen Galerie im Norden Londons. Abschließend kann man, spätestens nach einem Besuch in der Noble Sage Gallery, der berühmten Aussage doch zustimmen; die Kunst ist eine endlose Reise.

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