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Archive for the ‘Umzug’ Category

Nach Monaten der Funkstille (die auch für mich überhaupt nicht leicht waren, denn es hat tatsächlich bis letzte Woche gedauert, bis France Telecom mir meinen Festnetzanschluss in der Wohnung installiert und freigeschaltet hat) – melde ich mich nun zum ersten Mal aus meiner neuen Heimat in der Vendée im Pays de la Loire in Westfrankreich!

Hier gibt’s eine kleine Bilderauswahl meines neuen Zuhauses! Uni stresst sehr, aber ich hoffe, am Wochenende mal einen Überblick über die letzten Monate inklusive aller Schwierigkeiten und Probleme, aber natürlich auch der guten Erlebnisse, veröffentlich zu können und natürlich insgesamt von nun an wieder etwas aktiver zu schreiben! Jetzt erst mal euch allen eine schöne Rest-Woche und viel Spaß mit diesen Impressionen!

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…..wohnung gefunden!!

Nach einer 1400 Kilometer langen Fahrt erreichten zwei Freunde und ich letzten Dienstag am Abend La Roche-sur-Yon, meine zukünftige Wahlheimat.

Ich gebe zu, etwas verschlafen wirkte es schon auf den ersten Blick – aber irgendwie auch charmant und sogar ein wenig mediterran, was mich positiv überraschte! So machte ich mich voller Euphorie am Mittwochmorgen zu meinen ersten Wohnungsbesichtigungsterminen auf….. und kehrte ziemlich niedergeschlagen, entmutigt und enttäuscht zurück. Natürlich – Geld, Geld, Geld regiert die Welt – aber dass ich tatächlich 350 Euro Kaltmiete für eine winzige, dunkle Ein-Zimmer-Wohnung blechen sollte, nein, das wollte ich so gar nicht einsehen. Und obwohl mir etliche weitere Termine bevorstanden, erfasste mich eine gewisse Torschusspanik; wie besessen rannte ich von Immobilienagentur zu Agentur zu Agentur, nur um in jedem Büro dasselbe zu hören: keine Wohnungen mehr frei, alles zu teuer und sowieso schon vermietet, nein, wir machen sowieso nur Käufe. Super! Meine Rettung lag schließlich in der sympatischen Immobilienagentur OVIM!

OVIM (ausgeschrieben l’OFFICE VENDEEN de l’IMMOBILIER) sitzt in der zentalen Rue Joffre in La Roche/Yon und arbeitet nur im Departement Vendée. Ein freundlicher junger Mann zeigte mir ohne Umschweife die Wohnungen, die für mich in Frage kämen, und machte für den Nachmittag einen Besichtigungstermin mit mir aus.

Was soll ich sagen? 38 Quadratmeter, 2 Etagen und noch immer billiger als die Besenkammer, die ich in London bewohnt habe! Aus einem plötzlichen Impuls heraus sagte ich zu und dank der kompetenten Hilfe der Immobilienagentur konnte ich noch am selben Abend alles mit meinem Vater (der nach französischem Recht für mich bürgt) besprechen, alle nötigen Unterlagen einschicken und tatsächlich einen Tag später den ersten Mietvertrag meines Lebens unterschreiben!

Die Mitarbeiter von OVIM waren mir dabei eine großartige Hilfe und sehr zuvorkommend mit kleinen Anpassungen der sonst gängigen Praxis. (So musste ich beispielsweise keinen ausgestellten Scheck als Sicherheit bis zur Schlüsselübergabe abgeben, was mir ohne französisches Konto kaum möglich gewesen wäre und vielen anderen Auswanderern bereits Probleme bereitet hat!)

Die erste Hürde auf der Auswandererstraße ist also genommen – jetzt gehts um Strom und Wasser, Packen, Versicherungen, und, und, und….

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Lange keine Neuigkeiten mehr, deswegen heute ein Update (und die Hoffnung, dass es endlich, endlich, endlich mal wieder regelmäßige Posts gibt!)….

Obwohl hier die letzten Monate Stille herrschte, saß ich nicht nur untätig rum, sondern habe mein Studium vorbereitet und – es steht! Anfang Juli geht’s nach Frankreich zum Wohnung-gucken, ein paar Wochen später folgt der Umzug, im August quäle ich mich durch internationale Schnupperkurse und ab September studiere ich offiziel Jura und angewandte Sprachwissenschaft an der Université de Nantes!

Weitere Infos über die Bewerbung an französischen Hochschulen, die Wohnungssuche, Krankenversicherung, was man wissen und beachten sollte und was ich der Welt gern mitteilen möchte……. folgen demnächst! 🙂

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… I have seen as much of life as the world can show.

Und wie recht er damit hat, der Herr Samuel Johnson! Fast zwei Monate sind mittlerweile vergangen, seit ich aus London zurückgekehrt bin – und ich vermisse es jeden Tag ein bisschen mehr. So sehr ich mich auch auf alles Weitere freue, dass das Leben noch für mich bereit hält, so sehr bin ich doch ein echtes ‚London Girl‘ geworden und auch wenn viele Londoner das für eine Beleidigung halten, ist es das schönste Kompliment, das man mir heute machen kann. Während dieser sechs Monate in London (eine verdammt nochmal viel zu kurze Zeit in dieser wundervolle Stadt) – well, I had the time of my life!

Find your own lil‘ heaven!

Eine Bekannte aus Berlin, die ich in London kennenlernte, verzog sich nach einem kurzen Gastspiel als Au-Pair zurück nach Deutschland – die Stadt sei zu laut, zu oberflächlich, zu teuer. Eine andere Freundin, die ich in einem Hostel in Swiss Cottage traf, möchte nach Irland auswandern und weil jeder London so liebt, wollte sie erst diesen Ort entdecken und als zukünftigen Wohnort ausschließen, bevor sie sich auf den Weg zur irischen Küste macht – und sie tat dies ruhigen Gewissens, auch ihr schien London zu wild, verrückt, gestresst, laut. Es mag also stimmen, London ist nicht Jedermanns Sache – aber welcher Ort auf Erden ist das schon? Großstädte sind nun mal laut und wirken gestresst und doch findet man auch hier, wie es mir eine Kollegin wärmstens empfohlen hat, seinen eigenen, kleinen ‚Himmel’…. Zum Beispiel bei einem Spaziergang im wundervollen Hampstead Heath, beim Chillen am Regent’s Canal in Camden oder Sonnen im Green Park, bei einer morgendlichen Tour mit der DLR, wenn man ganz vorne sitzt und die Sonne über den Docklands aufgehen sieht oder auf dem abendlichen Nach-Hause-Weg, wenn man die Tube einfach mal weglässt und stattdessen durch Angel oder Belsize Park schlendert oder die Millenium Bridge überquert und Künstlern dabei zusieht, wie sie versuchen, die Magie, die diese Stadt entfaltet, auf einem Foto einzufangen. Es ist wunderschön. London ist wunderschön und wenn man der Stadt, den Menschen und auch der Hektik, dem Flair eine Chance gibt, wird man niemals enttäuscht sein – auch wenn man vielleicht nicht für immer bleiben möchte.

Activities, activities, activities… LOADS to do!

Fakt ist, dass man in London immer was zu tun hat – weil man immer etwas Neues findet! Die Stadt quillt über vor Möglichkeiten, egal ob Kino (was, und das ist einer der wenigen Nachteile, die ich nennen kann, schrecklich teuer ist – ca. 12 Pfund), Theater, Konzerte oder Musicals (alle in größerem oder kleinem Format, für alle Preisklassen und Geschmäcker), jahreszeitlich gebundene Aktivitäten (Eislaufen vor dem Natural History Museum im Winter!!), egal ob Café oder Burger essen, Lunch mit Freunden beim charmanten Spanier oder ein schickes Dinner, Chillen und Grillen im Park, Shopping (der Klassiker), Schwimmbad, Sightseeing (es gibt immer was, das man noch nicht gesehen hat!), die verschiedensten Sportangebote und -möglichkeiten und vor allem neue Menschen und Kulturen, Sprachen kennenlernen, denn London ist Multikulti pur, eine echte cormopolitan city (kleines Beispiel aus eigener Erfahrung: die Geburtstagsparty eines guten Bekannten – die Runde setzte sich zusammen aus Engländern, Iren, Indern, Jamaikanern, Kanadiern, Arabern, Polen, einer Französin und einer Deutschen, mir! Es waren Studenten und Professoren, Immobilienmakler, Journalisten, Gastronomen, Tattoo Artists,…) Gibt man dieser Stadt eine Chance und ringt sich selbst dazu durch, neue Wege zu gehen und Neues auszuprobieren, dann kann man unmöglich enttäuscht werden! Und zu guter Letzt… Die liebste Beschäftigung aller Briten (und mittlerweile auch meine…) – ein gepflegter Pub Crawl! Egal ob in kleiner oder großer Runde, man trifft coole Leute von Nah und Fern und verlebt eine tolle Zeit! Wie vermisse ich es, abends auf ein paar Pints in meinen ‚Local‘ zu gehen! (TIPP: The Good Mixer in der Inverness Street, nur 5 Minuten von der Camden Town Tube Station entfernt – der beste Pub Londons und der ganzen Welt! Entspannte, ein wenig skurille Gäste, eine fast schon legendäre Jukebox, gelegentlich Live-Musik, waaahnsinnig cooler Bar Staff und einfach der beste Ort in ganz London!)

Camden – luv it!!

Überhaupt… Soll ich einen Tipp geben, was man in London besuchen muss? Camden! Der Stables Market, zu Marktständen und Geschäften umgebaute Pferdeställe (ein Muss!), super Pubs und Bars (The Good Mixer, Dublin Castle, Proud Camden, Zensai Bar, Bar Fifty-Five (Sonntag und gelegentlich wochentags ab 18 Uhr 2-4-1 Cocktails – und die looohnen sich!!), süße, leckere, bezahlbare und definitiv hingeh-würdige Restaurants (The Diner (mörderisch geile, original American Burger, Milchshakes und Hotdogs) oder das Jamon Jamon (ein Spanier – ich mochte nie essen, was aus dem Wasser kommt, ging ins Jamon Jamon – und liebe seitdem Paella!)), viele kleine Imbissbuden und Cafés, in denen man zum Beispiel mittags für wenig Geld Sandwiches oder Baguettes oder Kuchen, Kekse, Scones kaufen kann und Buden aus aller Welt mit landestypischen Spezialitäten am Market und natürlich – Clubs und Venues, Kinos und andere Orte, in denen man so einige Stunden ausgelassen feiernd verbringen kann… Zum Beispiel der mittlerweile weltbekannte Club KOKO oder das Jazz Venue!
Man sieht… Kein Wunder, dass Amy Winehouse in Camden Town lebte und es liebte! Auch ich bin diesem verrückten Viertel verfallen und kann es kaum abwarten, im April wieder für 10 Tage hinzufliegen! I’m a Camden girl now!

Life in a Flat-share

Vor WGs warnen viele seit jeher und egal, ob aus gutem oder eher pingeligem Grund – natürlich ist es sicherlich, dass man nicht irgendwo wohnen möchte. In London, das sag ich euch, wohnt man in einer WG und was hierzulande nur während des Studiums alltäglich ist, gilt in London fast ein Leben lang. Wirklich, ich kenne viele Ü30’s die noch immer in einer Wohngemeinschaft leben und das nicht unbedingt, weil sie wollen, sondern weil sie müssen – eine eigene Wohnung in London?! (Fast) Unbezahlbar! Deshalb – lange vorher anfangen zu suchen, sollte man ans Auswandern denken, denn erstens sind sogar Wg-Zimmer häufig seeeehr teuer (ich wohnte im Norden, in Burnt Oak/Edgware in einem 2×2-Meter-Zimmer und bezahlte wöchentlich 100 Pfund!) und auch wenn man das wohl oder übel mitmachen muss, die Mitbewohner machens aus! Ich für meinen Fall hatte groooßes Glück, wohnte mit 5 Leutchen zwischen 24 und 30 zusammen und sie trugen maßgeblich dazu bei, dass meine Zeit in der britischen Hauptstadt so immens geil wurde! Also nehmt die Wohnungssuche nicht auf die leichte Schulter! (Und stellt euch auf kalte, schlecht isolierte Häuser und im Winter Probleme mit warmem Wasser ein :-P)

Wegen einer Arbeit in London rate ich mittlerweile von einem Praktikum ab – denn man findet relativ leicht bezahlte Arbeit und das nicht nur als Kellnerin! Für die meisten Briten ist es, sogar im weltoffenen London, noch immer faszinierend und nicht zu glauben, dass Menschen zwei oder mehr Sprachen sprechen, sodass man auch als ÜbersetzerIn arbeiten könnte und es gibt zig andere Möglichkeiten, Callcenter, Sales Advisor, Administrator, …. Egal, ob man länger bleiben oder nur mal einige Monate schnuppern möchte, mit Geduld und einigem Geschick (und damit meine ich prinzipiell nur, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen!) lässt sich gerade in London Arbeit auftreiben! Wichtig ist, selbst vor Ort zu sein – von Deutschland aus dürfte es schwierig werden! (Trotz allem muss ich wohl zugeben, dass das Praktikum beim Magazinverlag, das ich gemacht hab, sich ganz nett auf dem Lebenslauf macht……)

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Nun denn.. Was soll ich noch sagen?! Laut, hektisch, verrückt?! JA! Das ist London! Und aufregend, weil es niemals schläft und weil man sovieles sieht, erlebt, kennenlernt, das man sich nie zu träumen gewagt hätte und weil die Menschen so anders sind, so einnehmend, höflich und liebenswert und weil man die besten Partys dieser Welt in London feiert und weil die Gegensätze hier süchtig machen, weil man Promis und Berühmtheiten trifft und das Leben kennenlernt und weil, wenn man es gesehen hat, das Leben so viel schöner, so viel bedeutsamer erscheint! Weil London einfach GLÜCKLICH macht!

Denn, so behauptet es Samuel Johnson, wer London überdrüssig, der ist des Lebens überdrüssig. London bietet alles, was man sich nur wünschen kann. That’s it!

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Noch 25 Tage…

… bis zu meiner Abreise nach London! Und 30 Tage bis zum ersten Arbeitstag…

Mein Zimmer sieht mittlerweile aus wie ein Lagerraum, überall Kisten, lose Blätter fliegen durch die Gegend und aller möglicher Krimskrams kullert dazwischen umher. Im Prinzip sollte ich echt mal aufräumen – aber da ich hier eh nur noch 25 Tage wohne, was solls 😉 Das Zimmer macht mir den Abschied also nicht wirklich schwer. Umso schwieriger ist es mit dem Rest…
Am Freitag fand der Abiball statt und mit diesem Ereignis, der offiziellen Zeugnisausgabe und dem tatsächlichen Ende meiner Schullaufbahn im Rücken, macht sich so langsam Wehmut breit. Ständig schien es mir sooo ewig bis zum Abreisetag und jetzt – zack – nicht einmal mehr vier Wochen! Dreieinhalb Wochen sind es noch, um genau zu sein und plötzlich fallen mir tausend Dinge ein, die ich hier unbedingt noch tun wollte und mit hundert Leute muss ich mich noch treffen und verabschieden und nebenbei packen und auf London und die Arbeit und das Alleine-Wohnen vorbereiten und – Hilfe! Ich bin nervös! Klar freu ich mich auf die Zeit in Englands Hauptstadt und neue Herausforderungen und ganz selbstständig sein und so weiter, aber ziemlich nervös bin ich trotzdem! Immerhin wohne ich bald in einem anderen Land, spreche tagein und tagaus eine fremde Sprache, kenne niemanden und nichts… Und lasse meine Freunde und meine Familie und meine Katzen und ein ganzes Leben für’s Erste zurück!

Irgendwie scheint mir das alles noch immer sehr unwirklich. Könnte daran liegen, dass ich keinen blassen Schimmer hab, was auf mich zukommt… Aber darüber mach ich mir jetzt keine Gedanken! Erst einmal auf einen entspannten Abend freuen und die nächsten Wochen ganz lässig auf mich zukommen lassen… B-)

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… gerade mit Entsetzen festgestellt, dass sogar UMZUGSKARTONS Geld kosten!!
… bin vermutlich wirklich zu blond für diese Welt, aber ICH dachte immer, die Dinger gäbe es kostenlos oder zumindest zu humanen Preisen – nun merke ich, dass man im Normalfall 2 Euro oder sogar mehr pro Karton rechnen muss! Wundervoll…

Der Einfachheit halber beginne ich, alle meine Freunde und Bekannten nach Umzugskartons zu fragen und das ohne Erfolg, obwohl in letzter Zeit ziemlich viele davon selbst umgezogen sind. Eine Freundin rät mir schließlich, es doch mal in Supermärkten oder anderen Geschäften zu probieren. Die bekommen immerhin die meisten Lieferungen in Kisten, die so nicht mehr gebraucht und im Allgemeinen gern verschenkt werden.

Zuerst finde ich die Idee komisch, in Läden nach Kartons zu betteln, aber nach einer Suche im Internet merke ich, dass es gar keine so abwegige Idee ist… Und sehr weit verbreitet.. Glaubt man den Weiten des Internets, sind Bananenkisten und Motoradhelmkartons am empfehlenswertesten..
Also dann, ab gehts! 🙂

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…Gerade sind meine geliebten, leuchtend roten Lack-Pumps in der Mülltonne gelandet. Man kann einfach nicht alles mitnehmen.. Ich gebe zu, es ist mir nicht leicht gefallen und ich habe einige Zeit mit der Frage gehadert, den Absatz doch noch einmal ausbessern zu lassen. Allerdings war der nicht das einzige Manko, unzählige Stellen, an denen das Lack beschädigt war, kamen hinzu, grenzenlos verstaubt waren sie auch und außerdem standen die Schuhe nun sowieso schon seit mehr als einem Jahr der Erinnerung halber in meinem Schrank…

Meine Pumps :)
Richtig – ich sortiere aus! Jetzt, wo mit der Wohnung (oder besser dem Zimmer) alles klappt, geht es natürlich so langsam daran, die wichtigen Sachen zusammenzupacken und den Rest fein säuberlich in Kartons gestapelt auf dem Dachboden zu montieren. Mein Zimmer hier im elterlichen Haus gehört nämlich ab Sommer meinem Brüderchen und mein wird dann nur noch eine Ecke im Obergeschoss sein, in der Spiele, Klamotten, Bücher und sonstiger Krimskrams verstauben.
Die Bücher werden wohl meine größte Herausforderung – über 300 reihen sich in meinen Regalen und ich kann bestenfalls 50 von ihnen mit nach Briten nehmen 😥  Und welche sollen das sein?! Meine Lieblingsbücher? Oder lieber ehemalige Schulbücher, Lexika und Sachbücher, die mir vielleicht bei der Arbeit helfen könnten? Andererseits arbeite ich bei einem Verlag, meine Arbeit muss kreativ sein, sodass mir Belletristik womöglich nützlicher sein könnte? Fakten findet man immerhin auch im Internet… Aber was unterstützt mich eher, flache Unterhaltungsliteratur oder die großen Werke? Vielleicht ist mir die Weltliteratur nach der Arbeit zu schwer… Ach, ich weiß es einfach nicht!

Und erst die tausend anderen Dinge, die hier so rumkullern. Poster, Fahnen, Fotos, Postkarten – unnötiger Schnickschnack, aber hinter allem steckt eine Geschichte!
So wie hinter den Pumps… Die habe ich mir mit 15 auf Klassenfahrt in Berlin gekauft. Nein, es sind keine teuren Markenschuhe, wichtig erscheinen sie mir trotzdem. Nicht nur wegen der Klassenfahrt, die ein tolles Erlebnis war. Auf der Party zu meinem 15. Geburtstag trug ich sie und auf diese Party werde ich noch heute bewundernd angesprochen! Es war riesig, grandios und der helle Wahnsinn. Ich erinnere mich, wie meine besten Freundinnen zum Aufbauen kamen und mir eine Coppenrath & Wiese – Torte schenkten… Die natürlich noch gefroren war, aber gegessen werden musste sie  trotzdem und mangels Besteck taten wir das mit Strohhalmen. Später kamen die Gäste – die Hälfte von ihnen sah ich an diesem Abend das erste Mal, viele Freundschaften sind entstanden. Und sogar ein Filmstar gab sich auf meiner Party die Kante! Und da gibt es noch soooo viel mehr, was ich erzählen könnte… Diese Schuhe soll ich nun seelenruhig gehen lassen?! Wieso hängt man überhaupt an diesem nutzlosen Zeug? Meine Pumps waren nie etwas Besonderes und seit Jahren können sie nicht mal mehr ihre eigentliche Funktion erfüllen, absatzlos wie sie im Schrank standen… Bloß wenn ich jetzt was vergesse… Irgendwie waren die Schuhe doch immer eine Brücke für mich, eine anfassbare Erinnerung an eine wundervolle Zeit, an die Zeit, in der ich beinahe sowas wie erwachsen wurde, in der ich anfing, abends feiern zu gehen und in der ich zwei ganz besonders wundervolle Freundinnen hatte. Eine ist längst weggezogen, die andere sehe ich auch kaum noch, der Kontakt hat sich verflüchtigt, aber die Schuhe erinnern an damals, als wir zusammen Erfurt unsicher machten…
Mein Bruder, den ich auf der Suche nach einer männlichen Meinung zu den Pumps befragte, meinte, ich könnte sie im Schrank stehen lassen, als Erinnerung, so wie all die Monate zuvor. Aber nein! Nein, nein, nein, nein – was nützen sie mir denn noch?! Die sind im Müll besser aufgehoben, man kann nicht alles behalten, es werden neue Schuhe dazukommen… und jetzt – genug der Worte! Es warten noch einige andere Schuhe, Taschen, Poster, Spiele und was-weiß-ich-nicht-was darauf, von mir aussortiert zu werden…

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