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Archive for 15. Oktober 2011

… an open door to the unknown with unlimited possibilities. It is a process of experiencing.

Einer der wundervollsten Vorzüge meines Jobs als Redaktionsassistentin sind ohne Zweifel die unzähligen Pressevorführungen, -rundgänge und Vernissagen, die ich besuchen darf. Am letzten Samstag hat es mich nun nach East Finchley verschlagen, zur Eröffnung der Ausstellung „Figuration from India, Sri Lanka and Pakistan“ in der Noble Sage Gallery.

Für mich fast schon ein historischer Augenblick, die erste Vernissage, das erste Presse-Event, an dem ich ganz allein teilnehme, überraschte mich zuallererst die freundliche Begrüßung in der Galerie – zumal ich eigentlich zu spät erschien und mir schon zig tausend Entschuldigungen zurecht gelegt hatte… Das spielte überhaupt keine Rolle, prompt wurde mir ein Glas Wein in die Hand gedrückt und der Direktor der Noble Sage Gallery, Jana Manuelpillai, bedankte sich für mein Erscheinen und zeigte mir einige ausgewählte Werke.
Überaus nett und interessiert waren im Übrigen auch die anderen Gäste der Ausstellungseröffnung,  sodass es ein wundervoller Abend in guter Gesellschaft wurde – aber hier soll es schließlich um die Ausstellung gehen, also bitte:

 

Vierzehn südostasiatische Künstler werden zurzeit in der Galerie vorgestellt, alle so unterschiedlich wie ihre Herkunft.

Da wäre zum Beispiel N. Kirubanandhan, dessen Reihe Cock Fight ausgehängt ist – eine Reihe von Skizzen, bei denen man sich nicht ganz sicher sein kann, was man nun davon halten soll – ob man die detailgetreue Darstellung der Vögel loben oder die Brutalität bemerken, nach einem tieferen Sinn suchen soll – ich jedenfalls musste mich jedes Mal, wenn ich vor einem dieser Bilder stand, erst einmal neu orientieren und ich kann es nicht erklären, aber verstörend wäre wohl das Wort, das mir zuerst zu Cock Fight einfallen würde.

In der Noble Sage findet man außerdem Ashok Patel, einen jungen, ambitionierten, indischen Künstler, der sich an verschiedensten Medien ausprobiert und dessen Namen ich mir eben nicht nur merken kann, weil eine meiner Mitbewohnerinnen genauso heißt, nein – seine Werke sind wirklich gut.
Andere bedeutende Künstler füllen den Raum mit Leben, Anoma zum Beispiel und Ravi Shankar und der großartige Seevali Illangasingha – sie alle stammen aus dem südostasiatischen Raum, sie alle gestalten figurative Werke und sind trotzdem so verschieden.

Die Ausstellung „Figuration from India, Sri Lanka and Pakistan“ in The Noble Sage Gallery wird noch bis zum 4. November 2011 zu sehen sein – und ich kann sie jedem Besucher Londons ebenso wie jedem Londoner nur wärmstens empfehlen.
Es ist eine Ausstellung, die in eine andere Welt entführt und Sehnsucht weckt, denn die asiatische Kunst lässt sich nur schwer mit zeitgenössischer westlicher Kunst vergleichen. Religion spielt eine viel ausschlaggebendere Rolle und ist fast in jedem Werk vorhanden, ebenso wie Motive aus der Natur, undurchdringlicher Dschungel, hinter Bäumen versteckte Dörfer, wilde Tiere – Motive, die mich im Allgemeinen eher an Kinderbücher erinnern und von denen ich nicht gedachte hätte, dass sie aktuell in der Kunst tatsächlich noch eine Rolle spielen. Trotz dieser Unterschiede finden sich Gemeinsamkeiten und zarte, angedeutete Übergänge zwischen dieser unbekannten Welt und dem westeuropäischen Alltag.

Eine wundervolle, sehr gelungene Ausstellung – eine Reise nach Ostasien in einer kleinen Galerie im Norden Londons. Abschließend kann man, spätestens nach einem Besuch in der Noble Sage Gallery, der berühmten Aussage doch zustimmen; die Kunst ist eine endlose Reise.

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